29. März 2020

Moment mal...

Kleiner Monatsrückblick





Gesehen: Wunderbare bunte Blüten und zarte Knospen an Bäumen und Sträuchern. Was habe ich mich darauf gefreut.

Gehört: Bienengesumme. Und in welcher Lautstärke! (Mein Sohn meint schon, er könne nicht mehr in den Garten gehen, 
weil der voll mit Bienen wäre). Dabei befinden die sich allesamt in unserem kleinen Palmkätzchenstrauch/-bäumchen.

Gelesen: Dazu äußere ich mich jetzt besser nicht. Aber wie will man auch zum Lesen kommen, wenn man ständig neue Corona-
berichte lesen "muss".

Getrunken: Keinen Schnaps, obwohl mir mein Mann neulich einen Filmausschnitt zeigte, wo (am besten viertelstündliches) Hochprozentiges-Trinken gegen Corona propagiert wurde (womit wir wieder beim Flachmann wären, Nicole ;-)). Blöderweise mag ich nur einen bestimmten Haselnussschnaps, den ich momentan gar nicht zuhause habe (sollte ich mir dringend mal wieder schicken lassen). Also blieb's bei Milchkaffee, Wasser, Rotwein und Ingwershot.

Gegessen: Leckere selbstgemachte Burger am Geburtstag meines Sohnes (sein Geburtstags-Wunschessen). Heute hätte es das erste Grillgut geben sollen, aber der Winter ist ja leider wieder zurückgekehrt.

Getan: Nichts anderes als sonst. Ich gehöre nicht zu denen, die plötzlich mehr Zeit haben. Und nein, mein Keller ist immer noch nicht aufgeräumt.

Gegrinst: Als ich auf der Suche nach Birkenzweige für Kränze war. Nirgendwo waren auf meinem Spaziergang Birken zu sehen (das ist so typisch!). Dann endlich, ein Birkenbaum. Ich umkreiste ihn, doch er war viel zu hoch und hatte keine Zweige "abgeworfen". Und vor lauter Zur-Birke-Hochschauen hätte ich fast den Haufen abgesägter Birken übersehen, der auf der anderen Seite lag. Tat mir sehr leid um die schönen Birken (die ich generell sehr mag), aber für meine geplanten Birkenkränze war es das Paradies.

Gedacht: Ist es nicht verrückt wie sich alles geändert hat? Hätte uns das jemand vo einem halben Jahr prophezeit, hätten wir wohl laut und schallend gelacht. Aber ich komme glücklicherweise gut damit klar. Ich bin in Sorge, habe aber meist keine Angst. Und unser Familienleben klappt ganz gut. Die Kinder streiten eher weniger, Homeschooling ist überhaupt kein Problem (wir werden nicht mit Arbeiten überhäuft und ich finde es ehrlich gesagt auch nicht schlimm, wenn ein Jahr mal etwas Lehrstoff ausfällt) und solange man rausgehen kann, fühle ich mich auch nicht eingesperrt. Mein Kleiner hat Facetime mit seinen Freunden entdeckt und das Töchterlein ist sowieso immer mit ihren Freundinnen in Verbindung. Soweit, so okay. Natürlich verschließe ich nicht die Augen vor den vielen Tragödien, die Corona mit sich bringt und bringen wird und weiß auch, dass sich andere damit schwerer tun.

Genossen: Die Tage im Garten. Ich hoffe es bleibt bald nachhaltig wärmer.

Geschmunzelt: Über mich im Supermarkt. Ich war so glücklich als ich eine kurze Schlange an der Kasse entdeckte. Doch als ich mit 
meinem Einkaufswagen hingefahren war und mich eben "positionieren " wollte, da musste ich feststellen, dass das gar nicht das Ende war. 
Ich sage nur Sicherheitsabstand! Der Hintermann hatte davon so viel eingehalten, dass ich die Schlange gar nicht als solche erkannt hatte 
(und die in weiterem Abstand dahinter an den Kühltheke lehnenden Personen auch nicht). Glücklicherweise fiel es mir noch rechtzeitig auf. 

Gelächelt: Als ich hörte, dass eine Bekannte immer Schnaps in ihren selbstgemixten Ingwershot gibt. Da hat jemand "Shot" wohl 
zu wörtlich genommen (und das war schon vor Corona so!).

Gewundert: Dass die Wahlen in Bayern stattfanden. Ebenso wie diverse Ärztekongresse.

Geärgert: Eher für sehr schlimm befunden. Nämlich dass ein Redner auf einem Kongress (Anfang März, als alles noch normal lief) den Veranstalter fragte, ob er zu seinem Vortrag auch eine Broschüre austeilen dürfte. Soweit so gut. Doch es stellte sich heraus, dass die letzten 3 Seiten dieser "Business-Broschüre" rassistische Parolen gegen Muslime beinhaltete. Glücklicherweise wurde es vor dem Austeilen noch bemerkt. Wie voller Hass muss ein Mensch sein, um so etwas zu tun?

Gelogen: Als ich neulich meinte: "Kinder, freut euch über den schulfreien Tag wegen Sabine, so schnell wird es keinen Tag schulfrei 
mehr geben."

Gehofft: Dass die meisten - ohne es zu merken - schon Corona-infiziert waren und es eine hohe Immunität in der Bevölkerung gibt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Geschluckt: Als ich zu einer alleinlebenden Nachbarin ging, um ihr zu sagen dass wir jederzeit für sie einkaufen gehen würden und auch generell für jede Hilfe für sie da wären (ich muss gestehen, dass ich sie bislang gar nicht so auf dem Schirm hatte, obwohl sie nur zwei Häuser weiter wohnt, weil sie so sportlich und dynamisch rüberkommt). Da bekam meine Nachbarin tatsächlich feuchte Augen (wir haben sonst nichts miteinander zu tun und so hätte ich sie gar nicht eingeschätzt) und bedankte sie herzlichst. Und auch ich musste schlucken und wurde ganz gefühlsdusselig (seit ich Mutter bin, treffen mich Tod, Zusammenhalt und gute Taten immer sehr). Auf alle Fälle zeigte sich mal wieder: Helfen (in diesem Fall sogar nur Hilfe anbieten) macht froh!

Gelacht: Als ich mit meiner Tochter erstmalig Snapchat-Fotos machte. Also ich muss sagen, auch als Mann hätte ich mich gar nicht so schlecht gemacht ;-)) (Jaa, ich bin eine Spätzünderin, ich weiß)

Geplant: Schöne Osterbasteleien mit den Kindern. Ich freue mich auf Ostern, auch wenn es sehr schmerzt, es ohne meine Eltern feiern zu müssen.

Gefreut: Dass der Geburtstag meines Kleinen - trotz fehlender Gäste und sonstigen Aktivitäten (wir machten stattdessen eine Schatzsuche im Wald) trotzdem ein sehr schöner war.

Gekauft: Zwei Pflanzen über den Versandhandel, da in Bayern Gärtnereien und Baumärkte geschlossen haben. Und ein bißchen frühlingshafte Gartenfreuden wollte ich unbedingt ausleben.

Geklickt: "Stayathome" in seinen diversesten Varianten.






Märzgrüße
Jutta





3. März 2020

Moment mal...

Kleiner Monatsrückblick





Gesehen: Aprilwetter at its best! Und jede Menge Regentropfen.

Gehört: Schwanensee. Eigentlich war es eine Ballettaufführung, aber ehrlich gesagt, bin ich gar kein allzu großer Fan des 
klassischen Balletts mehr. Und um so mehr genoss ich die wunderbare Musik.

Gelesen: Immer noch das gleiche Buch wie letzten Monat. Ende nicht so schnell in Sicht. Weiß auch nicht was lesetechnisch 
mit mir los ist (und dabei warten so viele verheißungsvolle Bücher auf mich).

Getrunken: Nach wir vor täglich einen selbstgemachten Ingwershot.

Gegessen: Naja, das war mal 'ne Pleite. Als meine Tochter eine Woche ins Skilager fuhr - und ich somit nicht mittags für uns beide kochen musste - habe ich mir sofort eine Liste mit meinen Lieblingsessen geschrieben (nichts davon würde ihr schmecken) und mich darauf gefreut. Aber was sind schon Pläne. Gleich am ersten Tag war dank 'Sturm Sabine' schulfrei und ich hatte hier drei Jungs herumhüpfen - ich entschied mich für Pfannkuchen (NICHT auf meiner Liste). Am Abend kochte sich mein Mann noch etwas und so aß ich am nächsten Tag dessen Reste (stand auch nicht auf der Liste). Und tags darauf überkam mich plötzlich so der Hunger, dass ich schnell etwas vom Imbiss holte. 
Letztendlich habe ich genau einen Tag etwas für mich gekocht.

Getan: Sortiert, überlegt, mich fortgebildet.

Geschmunzelt: Als ich neulich am Pfandflaschenautomat  stand und der Automat meine Flasche (eine große 1l-Glasflasche) mit der Begründung "zu leicht" ablehnte. Also "nicht im Sortiment" oder dergleichen kennt man ja, aber "zu leicht" war mir neu. Und natürlich hat 
er sie beim zweiten Versuch doch genommen. Automaten, diese Zicken...

Gegrinst: Als ich von drei dank-Sabine-schulbefreiten Jungs (meine Tochter war übrigens empört, da gibt es einmal schulfrei und sie ist gerade im Skilager!), ein kleines Exklusiv-Konzert im Wohnzimmer bekam. Gesanglich hin und wieder sehr frei interpretiert, aber mit einer sehr originellen Lichtshow (dank gefühlter 300 Taschenlampen).

Gedacht: Also die Argumente, die gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen hevorgebracht werden, sind teils doch sehr unsachlich und lassen einen ernsthaft an so manchen Journalisten (oder gar der Zeitung an sich) stark zweifeln. Da werden plötzlich Äpfel mit Birnen veglichen (nein eigentlich sogar Äpfel mit Kellerasseln). Dass manche gegen ein Limit sind, weil sie einfach gerne schnell fahren oder eiligst von A nach B kommen wollen (gerade wenn die Autobahn frei ist) oder schnelle Autos herstellen, kann durchaus ein Grund sein. Aber umwelt- und unfalltechnisch spricht doch nun wirklich alles für eine Begrenzung.

Geschüttelt, den Kopf: Mein Sohn und ich gingen erzählend den Gehsteig entlang, da bemerkte ich plötzlich - halb über meine Schulter - eine Autofahrerin, die uns böse ansah und wild gestikulierte, weil wir uns anscheinend völlig falsch verhalten hatten. Wir hätten wohl  a) bei jeder Einfahrt genau den Verkehr beobachten und sofort stehenbleiben müssen, wenn ein Auto (links) abbiegen möchte oder b) sofort lossprinten, damit die Fahrerin keinen Zeitverlust (wertvolle Sekunden) erleiden muss. Menschen. Laufend. Am Gehweg. Haben die irgendwelche Rechte? Was soll man von solchen Verkehrsteilnehmern halten? Da lann man nur den Kopf schütteln und ihnen Hirn wünschen.

Geplant: Nicht am Coronavirus zu erkranken.

Genossen: Die nun wesentlich längeren Tage. Bin ein Lichtmensch.

Gewundert: Wieviele Bäume Sturm Sabine doch ab- bzw. umgerissen hat. Eigentlich dachte ich, hier wäre nicht viel passiert, aber als wir am Wochenende darauf im Wald waren (nicht sehr ratsam, wie ich mittlerweile gelesen habe), sah es da doch reichlich wüst aus.

Geseufzt: Mein 8-Jähriger brachte kürzlich das Freundebuch eines (wie solltes es anders sein) Freundes mit. Eigentlich eine schöne Sache, doch über die vielen "Ausdrücke", die ich darin fand (es hatten erst zwei hineingschrieben), war ich doch ziemlich entsetzt und musste meinem Kleinen gleich einen kleinen Vortrag über angemessene Sprache halten.

Geärgert: Über die "medifanten". Nachdem ich neulich wieder Bücher aussortiert und an drei Veraufsportale geschickt hatte, bekam ich von den medifanten den Hinweis, sie könnten zwei Bücher nicht annehmen. Eines wäre zu gebraucht, das andere ein Mängelexemplar mit erkennbaren Mängeln (Mängelexemplare sind grundsätzlich erlaubt). Ich war irritiert und ließ mir die Bücher zurückschicken (kostet nur 5 €!). Und was sah ich? Mein bis dato ungelesenes und wie nagelneu aussehenden Buch hatte zwei Schlitze auf der Buchoberseite. Also als ich die Bücher eingepackt hatte, waren die noch nicht da. Vielen Dank, ganz sicher werde ich da KEINE Bücher mehr hinschicken. Bei momox und rebuy hatte ich solche negativen Erlebnisse noch nie!

Gehofft: (auch weiterhin!) Dass die Fremdenfeindlichkeit in unserem Land minimiert wird.

Gefreut: Dass die AfD in Hamburg fast an der 5-Prozenthürde gescheitert wäre. Leider nur fast.

Gekauft: Eine Überwachungskamera. Wer die letzten Monatsrückblicke gelesen hat, weiß warum. Traurig aber notwendig. Netter Funfact. Ich weiß nun, dass die Nachbarskatze jede Nacht zwischen 4:08 und 4:21 unseren Carport durchläuft. Lustig, mir war gar nicht klar, dass Katzen so exakte Rituale/Nachtabläufe haben.

Geklickt: Ein guter Text. Lang, aber es lohnt sich!


Ex-Februar-mittlerweile-Märzgrüße
Jutta