14. September 2017

Schulanfangsgeschichten

Mehrmals habe ich schon erwähnt, dass ich Astrids 10er-Linkpartys so gerne mag und diesmal habe ich gleich doppelten Grund mitzumachen. Denn ich berichte nicht nur von meiner eigenen Einschulung, sondern auch ein bißchen von der meines Sohnes, vor 3 Tagen.

Aber erstmal zu meinen eigenen, zehn (knallharten ;-) Fakten:



1. Ich war unglaublich scharf darauf, in die Schule zu kommen und konnte es kaum mehr erwarten endlich lesen lernen zu dürfen (ich fragte meine armen Eltern ständig Löcher in den Bauch,
was auf diesem und jenen Schild stehen würde).

2. Doch ich wurde unendlich enttäuscht. Erst dauerte der erste Schultag nicht sehr lange und 
nach zwei Tagen Schule war auch schon wieder Wochenende. Das fand ich richtig schlimm 
(hat sich aber bald geändert).

3. Natürlich hatte ich eine Schultüte, aber wie sie aussah war mir - soweit ich mich erinnern kann - 
gar nicht wichtig und an den Inhalt erinnere ich mich leider auch nicht mehr. Aber ich weiß noch, 
dass eine Mitschülerin eine tolle (große) Babypuppe in der Tüte hatte und das fand ich damals 
völlig überzogen (meine Eltern auch ;-).




4. Ich besitze keine "Original"-Einschulungsbilder, weil der Fotograf einen Fehler machte und alle 
Fotos unscharf waren. So gingen wir also einige Tage später nochmals hin und ich wurde ein 
zweites Mal fotografiert. Eigene Bilder wurden gar keine gemacht. 

5. Meine Büchertasche war knallorange und knallgrün. Naja, 70er Jahre eben. 
Aber ich fand sie toll! Und ich erinnere mich noch richtig gut an sie.

6. Meine erste Lehrerin war eine sehr nette und freundliche Person, ich mochte sie sehr. Die zweite (hier in Bayern haben wir GrundschullehrerInnen immer nur zwei Jahre), war nicht ganz so nett, aber ich kam gut mit ihr aus. Allerdings war ich geschockt, was ich beim Plausch auf meiner silbernen Konfirmation von meinen ehemlaigen MitschülerInnen erfuhr (die ganze Klasse war evangelisch, Konfirmanten und Grundschulklasse waren quasi nahezu identisch). Diese Frau war eine komplett ungerechte, harte, pädagogisch zutiefst "untalentierte" Lehrerin. Ich besaß schon immer einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und so wundere ich mich, dass ich mich an diese Taten nicht erinnern kann. 




7. Dafür erinnere mich noch richtig gut an den Fehlerteufel. Nicht mehr wirklich inhaltlich, 
aber ich weiß, dass wir viel Spaß mit ihm hatten.

8. Es betrifft zwar nicht mich selbst, dennoch finde ich es erwähnenswert. Eine Freundin meiner Tochter wurde zweimal eingeschult. Da sie in Berlin wohnte, ehe sie mit ihrer Familie nach Bayern umzog und die Schule dort früher losging, musste sie zuerst in Berlin eingeschult werden - obwohl klar war, dass sie in zwei Wochen nach Bayern ziehen würden - aber Schulpflicht ist eben Schulpflicht... Mit meiner Tochter zusammen durfte sie dann ihren zweiten "ersten" Schultag erleben. Wie sich das genau mit 
dem Inhalt der Schultüte verhalten hat, weiß ich allerdings nicht ;-)





9. Die Schulanfänge meiner Kinder habe ich geliebt (und habe selbst mitgefiebert), weil ich 
meinen eigenen so schön in Erinnerung habe. Glücklicherweise haben sich beide 
Kinder auch sehr auf die Schule gefreut.

10. Im Jahr nach der Einschulung meiner Tochter kam ich am ersten Schultag zufällig an der Grundschule vorbei und sah die ganzen Ertsklässler. Ich gebe es ungern zu, aber mir kamen 
fast die Tränen vor Rührung. Ja, ich habe einen Knall, aber "Erster" Schultag" ist bei mir 
wirklich absolut positiv abgespeichert.




Um so größer der Schreck, dass mein Kleiner nach dem zweiten Tag schon nicht mehr hingehen möchte. Es langweilt ihn, man lernt nichts (sein Freund sagt übrigens das gleiche, nur geht der trotzdem gerne hin, seufz). Ich weiß nicht, ob es überall so ist (meine Tochter hatte das ähnlich empfunden, aber die hatte auch die gleiche Lehrerin) Die Kinder sind so wissbegierig, so voller Vorfreude auf die Schule. Sie wollen endlich was lernen und dann werden tagelang nur Bilder ausgemalt und Regeln gelernt. Meine Tochter war damals auch frustriert. Ich weiß noch wie ich sie fragte: Heute hattet ihr ja Religion (andere Lehrerin) , was habt ihr denn da gemacht und sie mir gelangweilt mit "Ein Bild ausgemalt" antwortete. Ein Junge meinte morgens zur Lehrerin: Wann rechnen wir endlich? Die Antwort: Na das dauert schon noch, jetzt lernen wir erstmal die Zahlen (und dabei werden die Zahlen doch eigentlich nach dem Kiga beherrscht, oder). Diese Lernwut so zu stoppen, das finde ich wirklich schade.
Ich kann schon verstehen, dass man die Sache behutsam angehen und beim Malen vielleicht erstmal die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder ausloten möchte, aber eine Mischung aus unterschiedlichen "Lerninhalten" müsste doch machbar sein, denke ich mir.
Wie sind denn eure Erfahrungen? Vielleicht auch aus Lehrersicht?

Morgen zeige ich euch übrigens die Einschulungs-Tischdeko
(mit den passenden friday-flower-Blümchen). 


Schöne Grüße aus der Einschulungsfront
Jutta



 

Kommentare:

  1. Hallo Jutta,
    was hast du denn nur für schöne Schultüren, genial. Gefällt mir, da bin ich auch mal gespannt. Mein Sohn hatte damals auch eine selbstgebastelte vom Kindergarten, aber ich darf meinen Sohn nicht zeigen, genausowenig wie den Enkel, das beachte ich auch.

    Du bist gerne in die Schule gekommen, mir war es egal. Ich habe eh immer mein eigenes Ding gemacht und bin gut damit gefahren.

    Nun denn, da bin ich mal gespannt auf deine Einschulungsdeko.

    Hast du die Anitifaltencreme schon? Brauchst du nicht.
    Hilft eh nix.

    Lieben Gruß eva

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  2. Danke fürs Mitmachen! Mein langer Kommentar ist hier im Zug dank wackeliger Internetvelrbindung verschwunden. Ein änder Mal also mehr.
    GLG
    Astrid

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  3. Dass die Kinder heute in der Schule erst einmal gar nichts lernen, finde ich seeehr seltsam. Da verstehe ich, dass ihnen ganz schnell die Lust vergeht.
    Lieben Gruß
    Katala

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  4. Irgendwie muss mein Schulanfang ähnlich gewesen sein, denn ich erinnere mich an nichts...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. ...wie schade, dass die Kids in ihre Lernfreude so gebremst werden, da wird so viel verschenkt...die Schultüte von deinem Sohn gefällt mir, mein Großer hatte auch eine Fußballtüte,

    liebe Grüße Birgitt

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  6. Guten Morgen, liebe Jutta. Da bin ich ;) mit nur einem Tag Verspätung: man sollte nichts versprechen, was man nicht halten kann, nicht wahr?! Ähem..! Deine Schulanfangsgeschichte lässt mich lächeln. Ich kann mir gut vorstellen, wie hibbelig Klein-Jutta auf die Einschulung gewartet hat und dann gewettert hat, dass es nicht voran geht. Dass es Deinen Kindern nicht anders geht, wundert mich daher nicht. Der Apfel fällt nicht weit vom Baum.. grins! Ich wünsche Euch einen tollen Spätsommer-Sonntag (hier scheint heute Morgen endlich mal die Sonne). Liebst, Nicole

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