29. Juni 2017

Moment Mal...

Minikleiner Monatsrückblick

 

 






Gesehen: Erstmalig ein Figurentheater. Und zwar "Die Unschuld von Canterville".
Ich habe eine tolle Freundin, die mich immer mit ausgefallenen Geschenken bedenkt. 
Letztes Jahr waren wir in einer genialen Burlesqueshow, dieses Jahr ging's dahin. Wie ich es fand? 
Das Stück ist von Oscar Wilde und der sagte ja unter anderem "Everything is going to be fine in the end. If it's not fine it's not the end. Also um ehrlich zu sein, war ich froh, dass es überhaupt zu Ende war. Anfangs war ich noch richtig begeistert - von den Puppen, der Umsetzung - doch irgendwann empfand ich es nur noch als sinnleer, trash- und nervig. Nichtsdestotrotz war es eine interessante Erfahrung, 
die ich nicht missen möchte (meine arme Freundin fand es leider von Anfang an schlecht).

Gehört: Ganz außergewöhnlichen Vogelgesang. Ich saß bei geöffneter Terrassentür bei meiner 
ersten Tasse Kaffee, da hörte ich es: wunderbares Tirilieren, wie ich es noch nie vorher gehört hatte. Laut, schön, außergewöhnlich. In dieser Art habe ich Vogel-"Zwitschern" noch nie wahrgenommen, aber leider konnte ich den kleinen Sänger nicht ausmachen. Als mir einfiel das Gesänge aufzunehmen
und ich schnell mein Mobiltelefon holte, war es auch schon wieder vorbei. 
Generell gibt es hier immer wildes Gezwitscher. Ich kann gar nicht nachvollziehen, dass es immer weniger Vögel geben soll. Na schön, momentan haben sie auch große Freude an meinen beiden Felsbirnen. Ich habe sogar das Gefühl, dass sie mich böse ankrächzen, wenn ihr mir selbst ein 
paar Beeren für mein morgendliches Müsli hole.

Gelesen: "Mein Leben im Schrebergarten" von Kaminer (und jetzt ist auch mal wieder gut mit Kaminer), "Generation Golf zwei" von Florian Illies und "Kühn hat zu tun" von Jan Weiler. Letzteres habe ich innerhalb von drei Tagen "weggelesen" (sehr selten bei mir).

Gegessen: Wilde Salatmischungen, Brioche und meine geliebten Blaubeeren.

Getrunken: Birkensaft (leider bin ich ein bißchen spät dran, ich habe gelesen es wäre bereits 
2016 das neue Kultgetränk gewesen. Hach, mal wieder den Trend verpasst... ;-)) Wie auch immer, 
er ist megagesund, schmecken tut er dafür nur so làlà.

Geärgert: Schon wieder über unsere Bürgermeisterin. Die wollte nämlich möglichst medienwirksam einen neuen Spielplatz einweihen und dafür wurde kurzerhand der Hort geschlossen, damit alle 
Kinder (mit den Erzieherinnen) zum Spielplatz gehen (müssen). Ich empfinde das als Schweinerei, 
als Instrumentalisierung der Kinder, zumal diese Bürgermeisterin (nahezu) nichts für die zukünftige Betreuung der Kinder tut (wie letztes Mal schon berichtet). Abgesehen davon, dürften es dann 
auf dem Spielplatz sowieso viel zu viele Kinder gewesen sein.)

Gefreut: Das mein Sohn so mutig war und sich nicht weiter von seiner Angebeteten "tyrannisieren" lässt (und dass ihn die Worte seiner Mama doch nicht kalt gelassen haben). Seine Auserwählte (anscheinend die Auserwählte des halben Kindergartens) ist nämlich ein ziemliches Früchtchen. 
Sie gab den Jungs jeden Tag Aufgaben, die sie erledigen mussten, wie beispielsweise 300 Schaufeln Sand wegbuddeln. Mein Sohn stöhnte, dass es so anstrengend wäre und er immer besonders 
schwere Aufgaben bekommen würde. Ich versuchte ihm zu erklären, dass er das nicht machen müsse (selbst wenn es die anderen Jungs machen) und das sein Herzblatt ihn kein Stück mehr oder weniger mögen würde, wenn er sich weigerte. Aber er glaubte mir nicht. Ich schlug ihm vor mit seinen Freunden zu sprechen und gemeinsam damit aufzuhören. Nein, nein, das war ihm alles zu unsicher. Doch zwei Tage später kam er tatsächlich freudestrahlend aus dem Kiga und meinte er hätte nun mit seinen Freunden geredet und sie hätten heute ihrem Schwarm zu Dritt mitgeteilt, dass sie ab jetzt nicht mehr 
auf sie hören würden. Und siehe da... ihr Liebling nahm es gelassen hin, mag die Jungs (NATÜRLICH) trotzdem noch und die drei Freunde können wieder spielen was sie wollen.

Gelacht: Zuerst mal gestaunt. Nämlich als meine Tochter plötzlich und unvermutet am frühen Nachmittag vor der Tür stand, weil sie wegen o. g. Grund früher vom Hort heimkam (sie ging nicht mit zum Spielplatz) und ich diesen Termin völlig vergessen hatte. Lustig wurde es dann, als der Nachbarsjunge drei Minuten später vor unserer Tür stand und meinte "Kann ich zu euch
kommen, meine Mama ist nicht Zuhause". Lächelnd bemerkte ich, dass nicht nur ich eine
vergessliche Rabenmutter bin ;-))

Gedacht: Was muss ich für ein Glück haben, im nächsten Monat. Oder Monaten? Oder wie lange hält das an, mit diesem "Scherben bringen Glück"? Mir ist nämlich mein ganzes Regalbrett im Küchen-einbauschrank heruntergekracht - voll mit Gläsern! Das heißt der Glasregalboden ist in zwei Teile gebrochen (doppelter Glasbruch!). Schöne Vorstellung, oder? Hat jemand Lust auf Glück?

Getan: Mich vor der Hitze versteckt, dennoch den Garten genossen, viel, nein sehr viel gegossen, geurlaubt, dem Töchterlein ganz mutig die Haare geschnitten (und es sieht gut aus!), beim "Brühtrogrennen" zugesehen, seit Jahrzehnten mal wieder Autoscooter gefahren (dabei so wild angerempelt worden, dass mir glatt die Handtasche herausgefallen ist, tststs... diese Jugend!)
und mich an meinen Kindern erfreut (und manchmal auch nicht ;-)

Geplant: Öfters Freunde zum Essen einladen.

Gekauft: Ein paar Sommerklamotten und (böse, böse) schon wieder Bücher.

Geklickt: Ja, das sollte man öfters mal beherzigen.








Junigrüße
Jutta


Verlinkt mit Birgitts Monatscollage




Kommentare:

  1. Angesichts Eurer Lösung bei den kindlichen Tyranneien überlegte ich, ob man manchen großem Despoten vielleicht auch mal so begegnen sollte (ich denke gerade an jenen, der sich gern wie ein Kindergartenkind benimmt).
    Der Glasbruch hört sich ja richtig schlimm an, hoffentlich bringt er Glück, obwohl man das eher dem Porzellanbruch nachsagt. Ach, man muss einfach dran glauben!
    Deine Collagen vermitteln einem so richtig schönes Sommergefühl.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Ein Monat mit Happy-End für Deinen Sohn (lach). Ich habe sehr gerne Deine Juni-Erinnerungen (auch die ärgerlichen) gelesen und Deine Collagen bringen es sehr schön bildlich zum Ausdruck.
    Weiterhin eine schöne Sommerzeit wünscht
    Kirsi

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  3. Schöne Sommercollage liebe Jutta.

    Zur Bürgermeisterin kann ich nichts sagen, weil ich die Örtlichkeiten und die Situation nicht kenne. Da hat Jeder seine Sichtweisen und meine ehemalige Kollegin und dann Cheffin ist Bürgermeisterin von Möglingen.
    Mein Sohn wollte auch schon Bürgermeister werden, hat sich beworben aber angesichts der Situation und alles was auf ihn zukommen wird, hat er die Bewerbung zurückgezogen und ist Gymnasiallehrer geblieben. Was ich auch besser finde.

    Aber ich sehe mir gerne deine Juni-Collage an, sie ist total schön geworden, mein Monat ist noch nicht rum, da muß ich erst noch gucken. Morgen oder am Montag vielleicht.

    Lieben Gruß Eva

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  4. Bildschöne Idyllen, aber der Text hat es in sich. Und ich kann dich so gut verstehen bzw. freue mich über manche Wendung der Dinge.
    GLG
    Astrid

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  5. Ach, du Schei..!! Das ganze Regal?? Wie konnte das denn passieren? Materialermüdung?? Aber bei Glas? Hatte die Platte vielleicht einen Sprung? Wie dem auch sei.. das ganze kommende Glück sei Dir von Herzen gegönnt, Jutta! Was für ein Früchtchen.. die kleine Schickse! Wie gut, dass die Jungs mal miteinander geredet haben ;)) Hoffentlich verlernen sie es nicht.. lol! Und es ist schon wieder Blaubeerzeit.. tss.. wie die Zeit vergeht! Weißt Du was, Jutta? Ich bin einbissel neidisch und zwar auf Deine "Leserei". Momentan habe ich einfach nicht die Ruhe zu lesen und wenn ich abends im Bett lesen möchte, fallen mir nach drei Sätzen die Augen zu.. seufz! Dir wünsche ich einen wundervollen Juli. Bis ganz bald, Nicole (die Strohwitwe)

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  6. ...das sieht nach einem vollen guten Monat aus, liebe Jutta,
    jedenfalls meistens, denn die Worte verraten auch anderes...was schmeckt, kann gar nicht gesund sein, also trink ruhig weiterhin diesen Birkensaft -mein Vater hatte das früher als Haarwasser, aber volles Haupthaar hat es ihm nicht beschert ;-)...ich glaube allerdings, dass die Scherben von Glas kein Glück bringen, aber vielleicht bekam ich das in meiner Kindheit auch falsch überliefert...wo hast du denn die Blaubeeren gefunden? in unseren Wäldern gibt es dieses Jahr keine, da ist wohl der Frost schuld...danke für deine schönen Collagen und Erinnerungen,

    liebe GRüße Birgitt

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  7. guten morgen liebe jutta. dein juni liest sich ja herrlich. und genau, lieber das geärgert drin lassen. man weiss ja nie was kommt ;). wobei ich ja mehr der spontanverärgerte bin. ich vergesse zum glück ganz schnell. ist wohl das alter - lach. die kindergartenstory hat mir ein schmunzeln entlockt. beim teenagersohn gab es damals eine ganz ähnliche merkwürdig, einseitige liebe. zum glück kommen die kleinen in dem alter noch schnell über solche erfahrungen hinweg. später im teenageralter sah das schon anders aus ;). ich wünsche dir einen ganz wunderbaren juli und vielleicht sogar endlich eine entscheidung in der urlaubsfrage. obwohl zuhause ist es auch immer schön :). ganz liebe grüße, sabine

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