25. Juni 2014

 

Erdbeerzeit - Eiszeit


Bei diesen Temperaturen ist es eindeutig an der Zeit, die Eismaschine hervorzukramen.
Und was liegt momentan näher als Erdbeereis?




 
Halt! Moment. Doch kein schnödes Erdbeereis. Ein bißchen Raffinesse muss schon sein. 
Und so habe ich mich endlich rangetraut, ans Erdbeer-Basilikumeis.

 


Ich wollte es schon lange mal ausprobieren, doch irgendwie konnte ich es mir nicht so ganz vorstellen 
und ließ es dann doch sein. Und dabei hat sich mal wieder herausgestellt: Mut wird belohnt!
Es ist sooo fein!

Wobei ich sagen muss, dass ich erstmal (versuchsweise) nur relativ wenig Basilikum genommen habe (die Kinder, ihr wisst...) 
und dann auch noch die Hälfte des Basilikums am Rührer der Eismaschine hängenblieb.




Aber bevor ich euch das Rezept verrate, bekommt ihr heute Einblick in das Leben hinter der Kulisse.
Ich hätte diesen Post auch gut "Wie Jutta Prioritäten setzt" nennen können;-))

Während ich also den italienischen Gelatiere Konkurrenz machte, dachte ich mir nicht nur einmal: "Wenn ihr mich nun sehen könntet!" (Lieber Mann, falls du das liest, überspingst du diesen Absatz jetzt bitte mal!!). 

In unserem Haus sieht es aus wie Bombe. Der Staubsauger liegt im Kinderzimmer, weil ich da dringend saugen muss, die Putzutensilien im Bad (muss ebenfalls gereinigt werden). Im Erdgeschoss schlängelt sich ein vom Sohnemann selbstgebauter Zug vom Wohnzimmer in den Flur entlang - sprich unzählige Stühle. Man kommt fast nicht vorbei, ich lasse die Stühle aber stehen, weil ich nach dem Kinderzimmer auch gleich noch unter dem Tisch saugen will (eigentlich nach jeder Mahlzeit nötig) und es ohne Stühle leichter geht.

In der Küche steht der Biomüll auf dem Boden, weil er schon ziemlich voll ist und zudem ein originalverpacktes Regal, welches ich gerade erstanden und mal schnell dahingelegt habe (es sollte ins Wohnzimmer, aber da ist ja kein Durchkommen wegen der Eisenbahn!...die ich ja nicht wegräumen kann, wegen....). Eigentlich müsste ich auch was arbeiten, eigentlich hätte ich auch Hunger auf ein anständiges Mittagessen, aber Jutta hat es sich nunmal in den Kopf gesetzt. JETZT gibt es Eis und es muss fertig sein, bevor die Tochter mit der Freundin nach Hause kommt (hatte blödsinnigerweise dauernd die lange Gerfrierzeit im Kopf, dabei ist die mit einer Eismaschine ja gar nicht lang. Seufz!).

Und inmitten dieses Chaos mache ich nun mein Eis. Da werkel ich also in der zugemüllten Küche (ach was, Haus), dachte eigentlich ich schütte nur schnell alles zusammen und sehe nun aber (wer liest schon Rezept vorher durch), dass ich nicht nur das Milch-Sahne-Gemisch vorher aufkochen, sondern auch noch über Wasserdampf rühren muss (nerv).

Aber wisst ihr was? Das Eis ist es wert. Es schmeckt himmlisch!!
 (Und keine Bange, mittlerweile ist auch das Chaos beseitigt!)

Und was meinen Hunger auf Mittagessen anbelangt -
 sagt man nicht immer man soll Rituale durchbrechen, Neues ausprobieren?
Also, zwei Portionen Erdbeereis für mich heute als Mittagessen!
Man muss eben flexibel sein, oder ;-?
(und wehe einer erzählt das meinen Kindern!!)




Und hier ist das Rezept 
(und es ist auch gar noch so aufwändig, wie anfangs gedacht).


Man gibt 300g Sahne, 170ml Milch und das Mark einer halben Vanilleschote in einen Topf und läßt die Mischung aufkochen.
Dann schlägt man 3 Eigelbe mit 100g Zucker über dem heißen Wasserbad schaumig und gibt dann die heiße Sahnemilch zur Eimasse dazu und schlägt alles weiter dickschaumig auf.
Danach werden etwa 400g Erdbeeren püriert und zu der Eigelbcreme dazugegeben. Alles durch ein Sieb streichen und abkühlen lassen. Zum Schluss gibt man die gewünschte Menge Basilikum (fein geschnitten) dazu und füllt alles in die Eismaschine.
Wie lange sieht man ja. Ich selbst habe es gerne etwas schlonzig und nicht ganz 
so fest und bei mir waren es so grob geschätzt etwas 30 Minuten.
Und dann heißt es nur noch GENIESSEN!!



Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Basilikumblättchen beim Essen stören würden, das war aber nicht der Fall. 
Kann natürlich auch sein, dass es daran lag, weil es wenige waren. 
Vielleicht werde ich beim nächsten mal das Basilikum in die Milch geben und etwas ziehen lassen. Meint ihr das funktioniert?

Ach ja und mit den verbleibenden Eiweißen kann man wunderbare kleine Baisers zum Eis dazumachen. Das schmeckt lecker und sieht gut aus. Leider konnte ich das nicht auch noch machen, die Bombe... ihr versteht...
Jedenfalls bin ich jetzt eismäßig angefixt. Als nächstes probiere ich ein Tonkabohneneis aus. 
Ich werde berichten!

Und weil heute Mittwoch ist, darf mein Eis zu Frollein Pfaus MMI.


Eisgekühlte Grüße
Jutta





Kommentare:

  1. Uiii, ja das schmeckt! Ich leih mir ja gelegentlich die Eismaschiene vom Nachbarn, da hab ich wenigstens nicht so ein Monster im Schrank, neben all den anderen 10048382 Maschienchen die man sonst so benutzt ;-). JETZT hol ich sie mir wieder für DEIN REZEPT! Tja und der Räumzustand in deinem Haus entspricht so ungefähr dem unsrigen hier.......hey!......das ist entspannt!!!! Ordnung wird überbewertet ;-DDD! GlG Anne

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  2. Liebe Jutta,
    nicht nur, dass sich das Rezept klasse anhört (ich hab bloß blöderweise keine Eismaschine), ich bin Dir soooooo dankbar für die Beschreibung Deines Haushalts. Und soll ich Dir was sagen? Deswegen gibt es bei mir eigentlich nie Wohnposts, ich komme mit dem Aufräumen nämlich auch kaum hinterher. Darauf ein Eis!
    Ganz liebe Grüße,
    Karin

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  3. Ja, Prioritäten setzen ist immer gut und für so ein Eis kann man doch durchaus auch mal anderes liegen lassen. Eine Eismaschine hast da also, da bin ich natürlich neidisch...Aber wenn ich so etwas hätte, würde es wahrscheinlich gar nichts "richtiges" mehr zu essen geben :-)
    Liebe Grüße, Dani

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  4. Du wirst mir immer sympatischer ;o) Ich hätte mich auch für das Eis (was sich übrigens sehr interessant und lecker anhört) entschieden. Die Arbeit läuft Dir ja leider nicht weg und so haben wir jetzt alle etwas von dem Rezept und den tollen Bildern.
    Liebste Grüße
    Kerstin B.

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